Usbekistan

Unter den zentralasiatischen Ländern hat sich Usbekistan in den letzten Jahren heimlich still und leise zu einem beliebten Reiseziel für eine Fernreise gemausert. Deutsche zieht es nach Usbekistan, weil hier der Tourismus noch nicht das Land regiert und man als Reisender die Chance bekommt, sich ein nahezu unverfälschtes Bild von Land und Leuten zu machen.

Berühmt ist die so genannte Seidenstraße mit den Städten Samarkand, Buchara und Chiva, die für ihre Seidenerzeugnisse ebenso gekannt sind wie für ihre bedeutenden Bauwerke. Der Registan mit seinen gleich drei beeindruckenden Medresen und den unglaublich blau schimmernden Kuppeln lockt mittlerweile – besonders im Sommer – ganze Busladungen von Touristen nach Samarkand. Auch Chiva, die alte Wüstenoase mit der von der UNESCO wieder aufgebauten alten Stadtmauer zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Reisezielen in Usbekistan. Taschkent ist weniger touristisch und auch weniger orientalisch und ‚anders’ als die aufgezählten Städte, da die Hauptstadt Usbekistans inzwischen sehr stark westlich orientiert ist. Eine Reise nach Usbekistan zu machen, ohne sich die Millionenstadt Taschkent anzusehen, wäre natürlich dennoch eine Sünde, schon allein, weil man dann die nach Moskauer Vorbild gebaute Metro verpassen würde.

Doch wer sich auf eine Reise ins zentralasiatische Usbekistan macht, sollte sich darüber im klaren sein, dass dort nicht nur wunderschöne und beeindruckende Bauwerke darauf warten bestaunt zu werden. Wenngleich in Usbekistan offiziell seit seiner Unabhängigkeit Demokratie herrscht, so handelt es sich faktisch gesehen um eine Diktatur, in der allzu neugierige, weil potenziell systemkritische Urlauber nicht überall mit offen Armen empfangen werden. Besonders Frauen sollten sich überlegen, ob sie sich auf eigene Faust auf eine Reise durchs Land machen wollen. Der Islam spielt in Usbekistan eine große Rolle und in ländlichen Gegenden, zum Beispiel im Ferganatal reagieren die Menschen zum Teil überaus ungehalten auf weibliche Touristen, die islamische Gefühle verletzen. Auch die Sprache kann in Usbekistan zum Problem werden. Amtsprachen sind russisch und usbekisch und weitere Sprachkenntnisse können nur selten vorausgesetzt werden. Zwar sprechen in den Hotels in den größeren Städten die Angestellten meist ein passables Englisch, doch in Geschäften, Restaurant, an Ticketschaltern oder bei Behörden werden Sie ohne Russischkenntnisse große Probleme bekommen.

Um das Essen in Usbekistan ranken wilde Gerüchte, Fakt ist aber, dass Sie auf einer Usbekistanreise keine anderen Probleme mit dem Magen haben werden als bei jeder anderen Fernreise in ein asiatisches Land auch. Das Essen ist fett und die Hygienestandards entsprechen den unseren nicht. Wer aber einen stabilen Magen hat, kommt mit dem Essen zurecht. Für alle anderen empfiehlt es sich, genügend Durchfallmedikamente einzupacken.

Um nach Usbekistan einreisen zu können, benötigen Sie ein Visum, das Sie als ‚normaler’ Tourist mittlerweile aber recht unproblematisch bekommen. Tragen Sie es, wie ihren Reisepass, immer bei sich, um sich bei einer eventuellen Kontrolle viel Ärger zu ersparen.

Macht man sich mit Land und Leuten vor der Reise ein bisschen vertraut und stellt sich auf die Gegebenheiten ein, können Sie sich im Land weitgehend ‚frei’ bewegen und viele unvergessliche Eindrücke sammeln.