Singapur

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In Singapur herrscht tropisch-feuchtes Klima und die Einwohnerzahl beträgt heute etwa 5 Millionen, 76 Prozent sind chinesisch stämmig. Jedoch betrachtet sich Singapur selbst als Schmelztiegel der verschiedensten ethnischen und religiösen Gruppen und von Staats wegen wird per Gesetzeskraft darauf Einfluss genommen, dass keine von diesen benachteiligt wird. Die Nationalsprache ist Malaiisch, Englisch jedoch die Amts- und Verwaltungssprache. Das gesellschaftliche Leben ist stark durch die ideologischen Säulen des Konfuzianismus geprägt. 1867 wurde Singapur britische Kronkolonie, im 2. Weltkrieg von den Japanern okkupiert und danach an das Vereinigte Königreich zurück gegeben. Seit 1963 ist es unabhängig. Die Volkswirtschaft ist vorrangig auf Dienstleistungen ausgerichtet. Dennoch schaffte es Singapur innerhalb kürzester Zeit, sich von einem Schwellenland zu einem der führenden Wirtschaftsnationen Asiens zu entwickeln, dabei spielen hochspezialisierte Wirtschaftszweige wie die Biotechnologie eine Rolle. Singapurs Hafen ist einer der größten und modernsten Umschlagplätze auf der Welt. Das Banken- und Finanzwesen nimmt internationale Dimensionen ein. Auch der Tourismus ist eine wichtige Einkommensquelle. Jährlich kommen 10 Millionen Besucher in dieses kleine Land.

Wir hatten eingangs den Größenvergleich mit Rügen herangezogen. Stellen wir uns diese Besucherzahl auf der Ostseeinsel vor: ganz Rügen würde im Meer versinken. Warum aber kommen so viele Touristen nach Singapur ? Landschaftlich gibt es hier nichts zu sehen bis auf das Meer, das auch nur aus versalzenem Wasser besteht. Gut, da ist die Orchard Road, die Einkaufsmeile mit überaus exklusiven Angeboten oder das Viertel Little India mit der Sultan Moschee und der Arab Street. Ja, das Nachtleben in Rotlicht- und Vergnügungsvierteln lockt viele an. Okay, das Kolonialviertel Fort Canning mit dem alten Theater und Parlament ist wohl sehenswert. Aber die Leute kommen hier her, um die Atmosphäre dieser Stadt zu spüren, diesen lebendigen Schmelztiegel der Nationen, Kulturen und Religionen, das Aufstrebende, sich dauernd in Bewegung Befindliche. Man möchte das Feeling einer Boomtown spüren. Erst kürzlich zum Formel 1 Rennen bei Nacht platzte die Stadt aus allen Nähten. Wo sonst kann man so etwas erleben. Die durchschnittliche Verweildauer eines Touristen beträgt nicht einmal 4 Tage. Man kommt hierher, um etwas zu erleben und einmal in Singapur gewesen zu sein. Für Zeiten der Muße ist hier kein Platz, deshalb ist Singapur für Touristen eine Stop-Over-Destination. Aber sollte man hier nicht doch einmal gewesen sein ?!