Ghana

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Es gibt in Ghana keine solch außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten wie die Serengeti oder den Krüger-Nationalpark mit unzähligen wilden Tieren. Auch solch geografische Highlights wie den Kilimandscharo oder die Victoria-Fälle hat es nicht zu bieten, auch keinen Reisenfluss wie den Nil. Hier aber lernt man als Fremder sehr schnell und hautnah kennen, was schwarzafrikanische Mentalität und Lebensweise bedeutet. Dem Reisenden wird es leicht gemacht, schnell und unkompliziert mit der einheimischen Bevölkerung Kontakt aufzunehmen und einzutauchen in das tägliche Leben. Ein wichtiger Faktor dafür ist, dass man sich überall frei bewegen kann und keine Furcht vor Überfällen oder Entführungen haben muss. Selbst eine weiße Frau kann sich in der Nacht allein im Zentrum der Hauptstadt bewegen ohne dass sie etwas anderes als 3 Heiratsanträge (grins) befürchten muss. Taschendiebe gibt es natürlich überall auf der Welt, aber selbst diese kleinen Gauner sind hier selten. Sollte so etwas passieren, würden die Einheimischen immer zu Hilfe eilen. Wer ein wenig Mut hat, kann individuell ganz allein oder mit einer kleinen Gruppe hier her reisen. Hotels oder andere Unterkünfte vorher zu buchen ist ebenso unnötig wie kostspielig. Einmal im Lande, kann man selbst entscheiden, welchen Grad an Luxus man benötigt, oder eben nicht benötigt. In diesem Fall findet man immer schnell das passende Hotel oder ein einfacheres aber sauberes Guesthouse.

Auch Bungalows am Meer für nicht mehr als 20 Euro pro Nacht und Doppelzimmer zu haben. Die Hauptstadt Accra ist zwangsläufig die Basis für alle touristische Unternehmungen, da sich hier der internationale Airport befindet. Auch sollte man hier erst einmal ein paar Tage verbringen um die Mentalität und Lebensfreude defernreise-aktuell-ghana02r Bevölkerung kennen zu lernen. Das Kwame Nkrumah Memorial, gewidmet dem ersten Präsidenten Ghanas, welcher das Land in die Unabhängigkeit führte, liegt im Zentrum der Stadt. Nicht weit von hier und direkt am Meer befindet sich das Viertel James Town, die Basis der Briten für die Verwaltung des Landes. Einige koloniale Bauten geben hier Geschichtsunterricht. Das Klima stellt natürlich für jeden, der zu Destinationen nahe des Äquators reist, ein Thema dar. Tagsüber herrschen fast ganzjährig Temperaturen von 30 – 32 ° C. Die frische Brise des ebenfalls fast ganzjährig aus Südwesten wehenden Passats verschafft jedoch angenehme Abkühlung. Nachts sinken die Temperaturen auf 18 – 20 ° C. Es ist also auszuhalten, nicht viel anders als bei uns im Sommer. Wer sich Anfangs dennoch nur langsam darauf einstellen kann, dem sei ein Tagesausflug zu den Aburi Gardens empfohlen, gelegen in einem Höhenzug eine knappe Autostunde nördlich von Accra. Bedingt durch die Höhe ist es hier auch tagsüber etwas weniger warm und der Garten mit seinen kleinen netten gastronomischen Einrichtungen lädt zum Verweilen unter den Laubdächern verschiedenartigster Bäume ein. Nach dem Eingewöhnen kann man sich ruhig an die ersten Ausflüge wagen.

Dabei bietet sich ein Kombi-Trip nach Cape Coast und Elmina an, Festungen der Briten bzw. Portugisen von denen aus der Sklavenhandel organisiert und durchgeführt wurde. Die Sklaven wurden hier in unterirdischen Gewölben „zwischengelagert“ bis es wieder genug Menschen für die nächste Schiffsladung waren. Gefangene, die hier noch nicht starben, kamen in großer Zahl bei der Überfahrt nach Amerika ums Leben. Etwa 50 % überlebten diese Torturen nicht. In diesen unterirdischen Gewölben überfällt den Besucher das kalte Grausen. Um diese Orte mit eigenen Augen zu sehen, kamen solch bekannte Persönlichkeiten wie Barak Obama oder Stevie Wonder hierher. Stevie sagte, obwohl er es nicht sehen könne, hätte er nun die Geschichte seiner Vorfahren verinnerlicht. Unterhalb von Cape Coast Castle befindet sich ein wunderschöner Fischer- und Badestrand. Nahe Elmina Castle befindet sich der Fischerhafen mit seiner Unzahl von bunten Fischerboten und dem Fischmarkt, ein Ort zum Eintauchen in das afrikanische Leben. Ein weiterer Ausflug sollte zum Akosombo-Staudam führen, der den Volta Fluss zum größten künstlichen Stausee der Welt aufstaut. Hier werden durch Wasserkraft etwa 80 % der Elektroenergie des Landes gewonnen. Der See ist sehr schön zwischen den Bergen gelegen und eine Bootsfahrt mit der River Queen bringt eine Menge Spaß. Auf dem Schiff sorgen Musicbands für ausgelassene Stimmung. Solch eine Schifffahrt ist quasi immer eine Party auf dem Wasser. Die heimliche Hauptstadt Ghanas ist Kumasi, die Metropole der Ashanti Region. Der Stamm der Ashanti stellt die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsgruppe und betrachtet sich als Kernbevölkerung des Landes. Deshalb haben sie auch noch ihren eigenen König, der auf die Zentralregierung einen nicht unerheblichen Einfluss hat. Anlässlich von Festen zeigt er sich seinem Volke über und über mit Gold behängt. Der Tourist hat mit etwas Glück die Möglichkeit, die Königsresidenz zu besichtigen. Die Sprache der Ashanti ist Twi und wird in ganz Ghana verstanden. Twi hat quasi die Funktion wie Englisch in Europa – man kommt damit immer weiter.

Sonst ist Englisch die Amtssprache und der hinlänglich Englisch sprechende Tourist wird sich immer verständigen können. In Ghana sind an größeren Wildtieren Gazellen, Affen und Leoparden beheimatet aber auch Elefanten und Löwen. Diese findet man jedoch fast ausschließlich in der Gegend des Mole Nationalparks in Norden. Hier benötigt es allerdings doch einer profefernreise-aktuell-ghana03ssionell organisierten Safari, möchte man die Chance haben, diese Tiere zu Gesicht zu bekommen. Sehr putzig anzusehen sind auch Cobras. Dem Verfasser diese Artikels lief bei einem Abstecher zu einer im Busch gelegenen Goldmine einmal eine über den Weg, hob allerliebst das Köpfchen, zischte und verschwand darauf im Gebüsch. Sie meiden aber die Nähe menschlicher Behausungen. Der Norden Ghanas unterscheidet sich landschaftlich deutlich vom Süden. Während die Küstenregion doch recht dicht besiedelt ist und von Palmenhainen geprägt, geht das Landschaftsbild weiter nördlich in mehr oder weniger kultivierte hügelige Baumlandschaft über, die teilweise auch noch naturbelassen ist, also noch urwaldähnlich. So etwa ab Kumasi und weiter nördlich setzt sich immer mehr eine Savannenlandschaft durch. Weite Grasflächen, mit einzelnen Baumgruppen durchsetzt, bieten ideale Bedingungen für die Viehzucht. Überall findet man Rinderherden, die dann in die größeren südlich gelegenen Städte zum Verkauf getrieben werden. Noch weiter nördlich, hin zur Grenze nach Burkina Faso wird die Landschaft sichtlich kärger, bietet hier seinen Bewohnern allerdings punktuell gute Bedingungen für Obst und Gemüseanbau, denn dieses Gebiet wird von den Quellflüssen des Volta Rivers durchzogen. Auch die Behausungen der Menschen sind hier häufig noch traditionell, runde Lehmhäuser, gedeckt mit pflanzlichem Baumaterial.

Für den Rückflug muss man sich dann wieder in Accra einfinden. An den schönen Stränden kann man baden und sich noch etwas erholen. Kokrobite Beach liegt etwa 10 km westlich von Accra und verfügt über eine wunderschöne kleine Bucht mit Sandstrand. In dieser Bucht lässt sich wirklich abseits jedweden Trubels wunderbar schwimmen und entspannen. Hier befindet sich auch eine Kunstakademie, wo junge Studenten traditionelles Kulturgut des Landes pflegen und weiterentwickeln. Sonntags wird von ihnen mit Drums und Gesang und traditionellen Tanzdarbietungen das Gelernte und neu Erschaffene der Öffentlichkeit präsentiert. Der bekannteste Strand ist wohl Labadi Beach. An Feiertagen ist hier immer Party. Bands und Folkloregruppen treten hier auf und musizierende und singende Menschen ziehen tanzend am Strand entlang. So kann man noch einmal zum Abschluss des Urlaubs eine gehörige Portion Sonne, Herzlichkeit und Lebensfreude tanken.